Freischütz Pörnbach


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Chronik

Kurz-Chronik
Im Spätherbst 1904 wurde die Schützengesellschaft Freischütz im Gasthaus Bogenrieder gegründet. Es wurde von der Gaststube, durch eine Öffnung in der Trennwand, in das Nebenzimmer geschossen.



Der erste Vorstand dieses Vereins hieß Michael Maier, geb. 1877, damals 27 Jahre alt, er war Schuhmacher und wohnte „Am Weiher“, wo das heutige Schreier-Anwesen steht, schräg gegenüber der Feuerwehr, an dem Weg Richtung Raiffeisenstraße.
Das Gründungsschießen wurde am 03.12.1904 durchgeführt, es nahmen 14 Personen daran teil. Diese waren, laut Michael Maier, auch die Gründungsmitglieder.
An den normalen Schießabenden durften auch Gäste schießen. In der ersten Schießsaison ( Wintermonate ) waren zu Gast H. Prinz Johann, ein späteres Mitglied - und ein Herr Raucheisen (vermutlich aus Puch).
Zu besonderen Anlässen, wie Anfangs- und Endschiessen wurden, wie heute, größere Holzscheiben ausgeschossen. Etliche Stücke sind noch gut erhalten im Nebenzimmer des Gasthofes Bogenrieder und in unserem Schießstand aufgehängt.

Am 16.02.1907 erscheint die erste Notiz im Kassenbuch von einem „Ball“. Hiervon blieb ein Überschuß von 50 Pfennig.

Dieser Haus- und Schützenball wurde zur Tradition. Er fand an jedem aktiven Schützenjahr immer am Faschingssamstag statt. Auch heuer können sich die Maschkara wieder austoben. Das Motto heuer: „Der Freischütz im Wilden Westen“.
Der letzte Eintrag der Schießkladde war am 11. Februar 1911, es hatten sechs Mitglieder geschossen.

Ab da ruhte das Vereinsgeschehen. Es war der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918.
Erste Wiedergründung am 01. Februar 1919. Es waren 17 Schützen anwesend.

Daraufhin folgte eine sehr aktive Zeit der Schützen, welche durch die Inflation ein wenig gebremst wurde.
Den Eintragungen in der Schießkladde zufolge war eine schwere Zeit für die Schützengesellschaft. Anfangs 1923 fand nur ein Anfangsschießen, 1 normales – und ein Endschießen statt. Dieses Jahr war das Jahr der Hochinflation. Jeder mußte pro Schießabend 50,00 Mark bezahlen. Es wurden nur noch 3 Schuß abgegeben. Vor dem Anfangsschießen betrug der Kassenbestand 134,40 Goldmark, nach dem Endschießen bereits 5.429,00 Goldmark.
Aber:

am 02./09.04.1923 wurde das Theaterstück „Der Paragraphenschuster“ aufgeführt.

Einnahmen: 257.650,00 Mark – Ausgaben: Theaterblock und – zettel 6.500 Mark, Rubinverlag 5.500 Mark, Beleuchtungskörper 19.200 Mark, Beleuchtung 16.500 Mark, Bühnenmeister 35000 Mark, für die Armenkasse 20.000 Mark und für die
Zeche 79.820 Mark
Am 27.01.1935 war dann der letzte Schießabend vor dem nahenden 2. Weltkrieg. Es schossen noch einige Mutige. Das waren Gregor Amasreiter, Hans Bogenrieder, Friedrich Heider, Georg Heinzinger und Franz Wiringer.

Da im Dritten Reich der Schützenverein Freischütz in Pörnbach als Zentrum des Widerstandes galt, verfügte am 16.04.1935 das Bezirksamt Pfaffenhofen folgende Anordnung ( entnommen aus dem Heimatbuch ):

1. Der Schützenverein Freischütz in Pörnbach wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
2. Das Vermögen des Schützenvereins wird eingezogen.
3. Gebühren werden nicht erhoben.
Vorstände ab der Gründung 1904 bis zu dieser Zeit waren:

Michael Maier, Johann Prinz sen. und Franz Wiringer ( mündl. Überlieferung)

Die 2. Wiedergründung war am 16.Oktober 1950 ( Kirchweihmontag ), nachmittags um 16.00 Uhr. Die erste Kasseneintragung war ebenfalls an diesem Datum. Es wurden für 25 Mitglieder der Betrag von 12,50 Mark, Beiträge für Oktober, kassiert. –also pro Schütze 50 Pfennige. Auf dem Umschlag der Kassenaufzeichnungen steht: „Sammelakt über den Schützenverein Eintracht“.
Bemerkenswert ist, dass diese Bezeichnung „Eintracht“ in den Schützen-Unterlagen nie mehr auftaucht.
Am Montag, den 23. Oktober 1950 erschien in der Pfaffenhofener Zeitung (Ilmgau-Bote) folgender Bericht:

Der 1. Schützenkönig wurde am 22.09.1951 ausgeschossen. Hierfür wurden extra Einladungen ausgetragen. Auch Ehrenurkunden wurden gekauft und beschriftet.
Es nahmen 28 Schützen am Königsschiessen teil. Laut Kladde war der beste Schütze und somit Schützenkönig, mit 53 Ringen (5 Schuss / a`12 mögl. Ringe) Herbert Müller (ist später nach Hohenwart gezogen). Leider befindet sich von ihm kein Taler an der Schützenkette. Der zweitbeste Schütze war Anton Hemmer mit 52 Ringen und der Drittplazierte war Karl Kraus mit 51 Ringen.
Es war sehr schwierig herauszufinden wie lange sich unser Schützenverein „Eintracht“ nannte. Nach langem Suchen, fand ich folgenden Zeitungsbericht, erschienen am 19.4.1952 im Pfaffenhofener Kurier:

Im Jahre 1954 war 50jähriges Bestehen des Vereins. Zu diesem Fest sollte eine Fahnenweihe abgehalten werden. Das Fest war für den 11. Juli geplant. Da es aber schon seit Wochen stark regnete verschob man es auf den 18.Juli 1954.
Am Abend vor der Fahnenweihe fand für die Pörnbacher ein kleines Fest mit Musik und Ehrungen statt.
Pate standen die Geisberg-Schützen.
Beim Königsschießen 1959 wurde erstmals eine Frau Schützenkönigin, die

Herbergsmutter Elisabeth Bogenrieder. Sie erzielte mit 3 Schuss – 26 Ringe v.
30 möglichen.

Bei den regelmässigen Schiessabenden schwankte die Anzahl der Schützen zwischen acht und zwanzig. War etwas besonderes, wie z. B. Strohschiessen angesagt, stieg die Zahl auf 30 Personen, so wie beim Strohschiessen am 11.März 1967 – oder beim Endschiessen am 06.05.1967und beim Anfangsschiessen am 04.11.1967.
Am 07.10.1970 wurde Albert Barth zum ersten Vostand gewählt. Wie sich erst später herausstellt – ein „guter Griff !“
Barth setzte sich sehr für den Schützenverein ein und sollte lange Jahre Vorstand bleiben.
Im Sommer 1971 kam durch die Freischützen das erste Sommernachtsfest in Pörnbach zustande. Im Garten vom Fahnenträger Heinzinger setzte man sich gemütlich zusammen. Das Fest dauerte bis Tagesanbruch und war noch lange Gesprächstoff bei den Teilnehmern.
Am 18.03.1972 wurde zwischen den drei Pörnbacher Schützenvereinen ein Pokalschiessen ausgetragen. Die Sieger waren wieder die Geisbergschützen mit einem Durchschnitt von 30,88 (alle Ringe wurden addiert, dann durch die Anzahl der Schützen geteilt) der 2. Sieger wieder die Freischützen mit 29,35 und 3. Sieger wieder Eichenlaub mit einer durchschnittlichen Ringzahl von 27,82.
Beim Endschiessen 1972 hatten wieder 30 Schützen teilgenommen, es ging eindeutig aufwärts, denn bei fast jedem Schiessen sind Neuaufnahmen vermerkt.

In diesem Sommer waren unsere Schützen mit 29 Teilnehmern Pate bei der Weihe der Fahne des Schützenvereins „Kameradschaft Uttenhofen“. Seitdem pflegen diese beiden Vereine freundschaftliche Beziehungen. Wir besuchen uns gegenseitig jedes Jahr zum Haus- und Schützenball.
Beim Faschingsball 1974 spielte die Pörnbacher Kapelle „Capri“ und es wurde das erste mal eine Tanz-Vorstellung von jungen Schützenmädels geboten. Heuer werden die Festmädels des Freischütz einen „heißen Auftritt“ landen.

Die Mitgliederzahl stieg ständig an. Bei jedem Schießabend sind Neuaufnahmen vermerkt.
Die Gaststube, zusammen mit dem Nebenzimmer, entsprach inzwischen sicherlich nicht mehr den gesetzlichen Auflagen für einen Schießbetrieb. Außerdem wurden die Räumlichkeiten auch zu klein. Zusammen mit den Herbergsleuten wurde nach einer Lösung gesucht. Als Möglichkeit bot sich der Umbau des ausgedienten Pferdestalles an. Der Eingang ist im Torbogen zum Innenhof, die erste Türe rechts.

1973 wurde mit viel Elan der Umbau begonnen und 1974 abgeschlossen. Es entstand ein Schießraum mit zunächst 2 Schießständen, welche durch Sperrholz-Platten vom Aufenthaltsraum, bestehend aus drei Tischen, getrennt war. Hierfür wurden 650 Arbeitsstunden geleistet.
1977 organisierten die Schützen kurzerhand einen Faschingszug. Als Zigeuner verkleidet zogen sie zum „Kleppmeier“. Das dortige Faschingstreiben ist jedem Pörnbacher ein Begriff.

Der Verein war, unter der Führung von Albert Barth sehr aktiv und ich will auch sagen, sehr modern. Er setzte damals schon die Grundsteine, auf denen der Freischütz Pörnbach heute noch steht. Das ist in erster Linie die Jugend, dann folgen die Frauen und dazu noch die Pistolenschützen.

1979 wurde zum erstenmal beim Sektionsschiessen in Manching teilgenommen. Wir belegten den 3 Platz in der Gruppe 4 und erhielten den ersten Pokal für unseren Verein.
Vom 27.-29. Juli 1979 war das 75 jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe.
87 Vereine nahmen damals am Umzug teil. Die Schirmherrschaft übernahm der damalige Landrat Dr. Scherg.
1983/84 wurde der nächste ( heutige ) Schießstand gebaut. Fam Bogenrieder bot wieder Platz an, diesmal war es der ehemalige Strohstadl. Die Schützen langten wieder kräftig zu. Zum 80 jährigen Bestehen des Vereins konnte der damalige Ortsgeistliche Pfarrer Josef Wasmer den neuen Schützenstand mit 10 Schießständen einweihen.

1984 übernahmen wir zum 2. mal die Patenschaft bei Kameradschaft Uttenhofen.
Wir waren schon am Morgen mit 103 Schützen anwesend. Das war ein Auflauf. Barth war mächtig stolz auf seine Schützenschar.

1989 war 85 Jahr-Feier. Alle bisherigen Patenvereine wurden eingeladen. Dies waren der Schützenverein Geisberg, welcher auch beim 100 jährigem Gründungsfest die Patenschaft wieder übernimmt. Dann waren noch die Uttenhofener und die Pucher Schützenvereine anwesend.

Ende April 1994 wurde gemeinsam mit den Pörnbacher Geisberg-Schützen wieder ein Jubiläum gefeiert. Bei den Freischützen waren es 90 Jahre und die Geisbergschützen blickten auf 70 Jahre Vereinsgeschehen zurück.

1995, nach 25 Jahren gab Albert Barth das Schützenmeisteramt ab. Es war sehr schwierig einen Nachfolger zu finden. Willi Pütz, eigentlich ein „Geisbergler“ stellte sich zur Verfügung. Leider verstarb Pütz sehr überraschend an einer Herzattacke. Mit Alfred Schwaiger fand sich glücklicherweise wieder ein Nachfolger. Seit November 1996 führt er die Geschicke des Vereins und er hat auch, mit Hilfe des Festausschusses, die Organisation des 100 jährigen Gründungsfestes übernommen, welches im Juni 2004 mit großem Erfolg stattfand.
Inzwischen hat unser Sportleiter Christian Stengl und unser 2. Sportleiter "Rabe" eine 5-schüssige Pistolen-Anlage gebaut, welche natürlich sehr zum weiteren Erfolg unserer Pistolenmannschaften beiträgt.
Es gibt viele Aufgaben während eines Schießjahres zu erfüllen. Denkt nur an Anfangs-, Damen-, Nikolaus-, Königs-, Kürbis-, Krapfen- und Endschießen. Dazwischen werden die gestifteten Scheiben ausgeschossen. Dann gibt es Fahnenweihen und Gründungsfeste zu besuchen. Es darf an Gauehren- und Sektionsehrenabenden teilgenommen werden. Die Versammlungen dieser Verbände darf der Vorstand nicht versäumen. Ausflüge, Radltouren und Gartenfeste werden organisiert. Es gibt Sektionsschießen und die Teilnahme unserer Mannschaften an den Bayerischen, Oberbayerischen, ja sogar Deutschen Meisterschaften. Sie beteiligen sich am Oktoberfestschießen und unsere Vereinsmeisterschaft gehört auch dazu. Die jährliche Hauptversammlung darf nicht vergessen werden, welcher immer ein Kirchenbesuch zum Gedenken an unsere verstorbenen Mitglieder vorausgeht. Bei diesen Gottesdiensten wird künftig eine Kerze brennen, welche Kassier Dieter Stöhr gestiftet hat.
Im Jahre 2006 zählen wir 205 Mitglieder, davon sind ¼ Kinder und Jugendliche.
Nach 20 Jahren aktiver Vereinsarbeit hat Schützenmeister Alfred Schwaiger sein Amt zur Verfügung gestellt. Bei der Jahreshauptversammlung 2016 standen Neuwahlen an. Nachdem sich niemand bereit fand die Geschicke des Vereins zu leiten, stellte sich mit Christian Lutz, ein Neumitglied zur Verfügung. Lutz ist wohnhaft in Osseltshausen. Er ist aktiver Schütze in unserer Luftpistolenmannschaft, welche zu dieser Zeit in der Bayernliga Süd-Ost einen guten Mittelplatz belegt. Die Mitgliederzahl ist 2017 unverändert. Die Abmeldungen gleichen sich immer wieder durch Neuaufnahmen aus.

Sie sehen, wir sind ein rundum aktiver Verein - wir feiern, sporteln, trauern und halten zusammen. Ein großer Schatz ist unsere Jugend und wir hoffen, dass sich immer wieder Nachwuchs bei uns im Training einfindet und freuen uns darüber.

Wenn Sie Interesse haben uns kennenzulernen, wenden Sie sich an unsere Vorstandschaft



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